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befreit atmen

 

 

 

als ich aus meiner lebensgeschichte fiel (siehe auch meine geschichte - aus allen wolken gefallen...), begann der organismus spontan zur natürlichen ordnung zurückzufinden, während das verstandesmässige denken so etwas wie domestiziert, auf seine natürliche funktion zurückgesetzt wurde. das war wohl ein verlust ...

nächster gruss aus den bergen

 

 

es musste schon mal sein; ich fuhr nach zermatt und wusste gleich beim aussteigen: nie wieder. es reichte gerade, um das berühmte horn zu zeichnen, das ich im original sehen wollte. auf einer zeichnung erkennt ...

aus einem anderen seitental




sitze in einem ruhigen caffè am schatten mit blick auf diesen historischen dorfkern. bin erneut abgehauen aus der stadt mit ihrem traurigen totentanz, wo man sich derzeit wie schon im mittelalter mit masken ...

aus irgendeinem seitental


gras, gras, gras wohin man schaut ...


ausgerissen, in ein entlegenes seitental, wo kaum jemand hingeht; weg von der stadt, die an werbung und digitalisierung erstickt; hier oben nur weite wiesen und wälder; hier lässt sich atmen, riecht es nach ...

linienverspielt II - in den alpen ...




... findet man das linienspiel am leichtesten am horizont, wie hier am wildhorn mit gletscher vom iffighore aus gesehen. weiter unten über dem iffigensee 'felszeichnungen', abstrakte liniengebilde von der natur geschaffen ...

entgleisung II - im alpenrausch




mit hilfe eines potenten elektrhodenantriebs (vulg. kernkraft-turboeiern) kurvt flotter senior rassig und entspannt mit seinem tollen ding auf eroberungszug durch die alpen ... jedoch: er wird aussterben, noch ...

das fest




holzsammler auf einsamer alp

stets ein strahlen im gesicht

für ihn ist
jeder moment
ein fest

vom kanton bern in den kanton luzern




wandernd kommt man an eindrücklichen bergformationen vorbei, z. b. der schrattenflue. gestartet bin ich in beatenberg mit einem steilen aufstieg auf das niederhorn mit seinem weiten blick über den thunersee ...

wanderungen in die valli dell'ossola


aussicht vom rifugio città di novara in cheggio, valle antrona


eine tour führte mich diesen sommer von brig über den simplonpass und gondo ins zwischbergental, von wo aus ich über den passo d'andolla (herrliche weitsicht!) nach italien in das valle antrona gelangte. dieser ...

tabu VII - ziehe schuhe und socken aus ...


schwindelerregende aussicht auf die eigenen füsse ... nicht so leicht zu zeichnen!

... und gehe mit nackten füssen weiter, den boden sanft berührend. du wirst mit den unterschiedlichsten blicken und kommentaren bedacht - weil du ein tabu brichst. aber jenseits davon warten ungeahnte sinnliche genüsse einzigartiger qualität auf dich ...

tabu I - über schuhe



kaum bist du aus eigener kraft aufgestanden und hast mit grossem vergnügen die ersten schritte gewagt, barfuss natürlich, werden deine füsse in klotzige prothesen gepackt. man nennt sie schuĥe. und die musst ...

über die ligurischen alpen zum meer



der blick nachts aus meinem zimmer im gepflegten und schön gelegenen rifugio in realdo. es ist still hier, sehr still, tagsüber kaum jemand in den engen gassen, vielleicht mal der klang von stimmen aus einem haus, nachts nur stille und ab und zu der laut eines käuzchen ...

auf wanderungen in den alpen





rauhe, wilde landschaft in vielen farben und bizarren formen auf dem lötschenpass (2690m ü. m.) ...

was in den alpen fehlt...

    der bezaubernde klang von allgegenwärtigem lärm
    zartblau schwebende abgasschwaden, welche unserem geruchssinn schmeicheln
    liebenswürdiges drängen und stossen gestresster menschen, die - in autos, auf motor- und fahrrädern oder zu fuss vorbeihetzend - ständig in eile sind
    die fröhliche bilderflut der werbung mit ihren hohlen versprechungen
    schmucke warenhäuser mit überfüllten regalen, welche daran erinnern, was man alles noch an überflüssigem erstehen könnte
    dienstbeflissene medien, die jeden wahllos mit einer menge an auskünften bedrängen, von denen kaum eine persönlich relevant ist
    meist auch die praktische handyverbindung (gottseidank!) - und damit nicht nur die vielen erfreulichen 'push'meldungen sondern ebenso der göttliche anblick von blassen geistern, die ihre augen andauernd auf ein display gerichtet halten und verstört in der gegend umher irren

    Boten des Herbsts


    Nach vielen sonnigen Tagen hatten sich rundum Wolken aufgetürmt, wie ich auf dem Passo di Andolla über Mittag beobachten konnte. Am späten Nachmittag dann - ich war bereits im sehr gastfreundlichen Rifugio Città di Novara (1474 m) in der Valle Antrona einquartiert - begann es zu regnen, erst sachte, dann immer heftiger. Als der Regen eine Weile aussetzte, stieg ich in den urtümlichen Weiler Cheggio hoch. Er war menschenleer, alle Fensterläden verriegelt. Ein letztes Auto mit zwei Älpler fuhr ins Tal. Wir waren eine handvoll Leute im Rifugio, wahrscheinlich die einzigen hier oben. Nochmals leuchtete der Himmel in warmem Gelb auf und liess mir gerade Zeit für eine Skizze, bevor es eindunkelte. Als wir gemütlich vereint und in guter Stimmung um den Tisch sassen und vom Wirtepaar im warmen Rifugio vorzüglich verwöhnt wurden, konnte es regnen, soviel es wollte ... und das tat es dann auch, die ganze Nacht und den folgenden Tag. Der Herbst hatte ein Zeichen gesetzt. Zeit aus den Bergen hinunterzusteigen ... ?

    Begegnungen in den Alpen


    Bergbauer beim Heuen

    Ich war wohl etwas schneller, so dass ich im steilen Bergwald plötzlich hinter ihm herging. Er trug eine ansehnliche Menge langer, dicker und dürrer Äste, zum feuern im Winter. Sein Bündel war geschickt gebaut. Er trug es über der linken Schulter, über der rechten seinen Stock, mit dessen  gebogenen Ende er das Holz zusammenhielt. "Freihändig" stieg er auf diese Weise wendig und mit sicherem Schritt den steilen, gewundenen Pfad hinunter, ohne irgendwo anzustossen. Welch anmutige Eleganz! Bei einem Baum hielt er und lehnte mit einer einzigen, schnellen Geste das Bündel daran, ohne dass ein Ast zu Boden fiel. "Pesante!", meinte ich. "Nein", erwiderte er, "das ist NORMAL", und betonte lachend das letzte Wort. Wie ahnungslos ich doch war. Er dachte nicht daran, auch nur einen Moment Pause zu machen. Er hatte einzig gehalten, um an der Stelle weiteres Holz zu sammeln.

    Via Alpina



    Campo Moro (I). Via Alpina, roter Weg Etappe R77



    Foto: Ambrosius Huber
    Wochenlange durch die Alpen schweifen ... wozu überhaupt?

    Es passiert etwas - mit mir: "ich" wird reduziert. Atmen, gehen, ruhen, trinken, essen, Begegnungen. Reduktion auf weniges. So nehme ich nur das mit auf die Reise, was ich wirklich brauche. Und das sind einfache Dinge. Dafür werde ich umsichtig, sparsam, besonders was die eigenen Kräfte angeht.

    Wochenlange folge ich einer schmalen Wegspur, ausgesetzt jeder Temperatur und Witterung, gehe, manchmal leicht, manchmal beschwerlich, auf Fels und Erde durch Landschaft und Vegetation, quere gelegentlich Gewässer. Dies alles gibt es in dieser Form schon seit Jahrtausenden - in Stille. Geräusche von Wasser, Wind, Tieren. Ich bin keineswegs Beherrscher dieser Erde, sondern ein Geschöpf wie alles andere, die anderen Tiere, Pflanzen, Steine... jedes Geschwätz verstummt. Wie wohltuend! Stille bleibt und der Rhythmus meiner Schritte...

    Falls es eine Erkenntnis gibt, dann die: ich kann nichts verpassen, habe noch nie auch  nur einen einzigen Augenblick von Sein verpasst.