eine kritzelei unter dem schirm an einem regentag; auf der wiese wie meistens eine krähe, im hintergrund die hardauhochhäuser
eine kritzelei unter dem schirm an einem regentag; auf der wiese wie meistens eine krähe, im hintergrund die hardauhochhäuser
ob sich die menschen auf meinen bildern nicht allmählich auflösen würden? das hörte ich sagen
gestern abend im bett durchfuhr mich ein fürchterlicher, qualvoller und heftiger schmerzstoss, während einer mir die beine massierte. ich habe nicht geschrien wie früher, mit geschlossenen augen einfach nur still ausgeharrt. ich weiss inzwischen, dass die meisten mit so etwas nicht klar kommen und auch wer nicht. kurz blinzelte ich und konnte sehen, dass der mich beobachtete. und er hat nicht dergleichen getan. kein wort
wenn jemand meiner not nicht mitgefühl engegenbringen kann, das weiss ich inzwischen, dann braucht dieser mensch mein mitgefühl. wenn ich unter qualvollen schmerzen leide, bin ich leider noch immer nicht dazu in der lage
wenn ich in der öffentlichkeit menschen beobachte, die sich vollkommen in ihre handys verlieren und in ihren reaktionen den stress erkenne, den sie schon längst nicht mehr wahrnehmen, den ich sogar förmlich riechen kann, dann weiss ich, dass diese menschen über kurz oder lang zu keiner einfühlung mehr fähig sein werden
'so griesgrämig, wie wir jetzt manchmal noch sind, wären wir eine zumutung für dich.' so hat man mir geschrieben. also antworte ich:
erst kritzelnd vor ort eine skizze (unten) angefertigt; später darauf aufbauend mit farben spielend und klecksend ein aquarell (oben)
welch friedlicher anblick, eingefangen mit wenigen strichen - genauso friedlich, aber mit etwas mehr zeichnerischem aufwand nachfolgend zwei portraits von tayo ...
so wie man aus einer schrift ein bild machen kann (siehe auch schriftbilder), lässt sich umgekehrt ein bild aus der bewegung des schreibens entwickeln, z.b. eine menschliche gestalt. ein lustvolles unterfangen, viel vergnügen also, aber achtung: dass dabei auch eine gelungene komposition entsteht, ist nicht so einfach wie schreiben
es ist meditation und vergnügen zugleich, mit wort und schrift zu spielen, so dass diese zu weit mehr werden als träger von information - eben zu eigenen schrift-bildern. man kann einen traum notieren, geheime botschaften, die ganz bestimmt bei betrachter/innen den willen wecken, herauszufinden, was da geschrieben steht. und natürlich kann man zusätzlich gezielt hintergründe für die schriften schaffen
nach mehreren eher langsamen versuchen, baila genau zu erfassen, und da sie andauernd haltung und position ändert, gehe ich zu raschen kritzeleien über ... und siehe die zeichnungen werden lebendiger. sie sind auf dem wunderbaren papier entstanden, das zuvor zum einwickeln von blumen gebraucht worden war ...