das café unter den platanen ist full of tourists, frisch eingeflogen aus america. salt - das ist mir noch nie passiert. dafür gibt es keine entschuldigung, aber spass gehört sich dennoch. also was tun? ...
das café unter den platanen ist full of tourists, frisch eingeflogen aus america. salt - das ist mir noch nie passiert. dafür gibt es keine entschuldigung, aber spass gehört sich dennoch. also was tun? ...
ob ich es erhalten hätte? er lächelt und schaut mich erwartungsvoll an. uff, nein. was war da nur gewesen? genau. er hatte sich vor wochen gewünscht, dass ich ein portrait von ihm zeichne, für seine tochter zum geburtstag, wenn ich es richtig verstanden hatte. wollte mir als grundlage fotos schicken, die ich aber nie erhalten habe. ob ich nicht jetzt schnell ein porträt von ihm anfertigen könne. nun danach vielleicht, bedeute ich ihm, denn jetzt gerade stopfte ich mir einen croissant mit butter und marmelade in den mund ...
natürlich redet er wie viele andere, die unsere sprache nicht ganz beherrschen, von einem foto, wenn er eine zeichnung meint. und scheint auch zu glauben, dass er schnell vor mich hinstehen könne, mit einem lächeln im gesicht, und ich dann wie bei einem fotoapparat - ich weiss da nicht genau, wie er sich vorstellt, dass das gehen soll - ich also mit meinen augen und meinem stift schnell eine art knips machen würde, und dann wäre sein porträt fertig - da im skizzenbuch! er hat meine porträts von menschen im café schon häufig bewundert, aber nie gesehen, wie ich sie mache, denn er war mit servieren beschäftigt, während ich zeichnete. und da schau an, ich habe dieses kunststück tatsächlich vollbracht, ohne dass er je ruhig halten brauchte
freunde und andere wurde inspiriert von einem gleichnamigen buch über den hamburger zeichner und maler horst janssen, welches zahllose porträts von freunden von ihm und eben anderen enthält. (s.a. literaturhinweis auf diesem blog). janssen ist mir vorbild geworden, seit ich ihn im dezember 2017 entdeckt habe
was tun, wenn einem mehr und mehr genommen wird, bis fast nichts mehr übrig bleibt, ja man selbst täglich ganz langsam, aber deutlich spürbar reduziert wird in richtung auf das unausweichlich end-gültige? mein radius hat sich verkleinert auf 500 m vielleicht. dann fühle ich mich elend und schwach. ein lähmendes stechen in der brust, heute morgen im buchladen, heute nachmittag im café, dann ein quälender schmerzstoss. in der öffentlichkeit unterdrücke ich das schreien. niemand merkt mir was an. ich wirke gesund, bin aber schwer krank, kann vor schmerz kaum mehr die schuhe binden
jetzt beim schreiben auf dem tischset während des nachtessens brennt es in der brust nach einem dieser fürchterlichen schmerzstösse. was gibt in einem solchen leben noch sinn?
es kostet mich inzwischen viel hier raus zu fahren, auf einen kaffee und heute bei regen. aber ich tue es, um einen halbwegs normalen tag zu erleben. zeichnen bringt mich wieder auf den boden, auch wenn ich zunächst heute am anfang still einen schweren schmerzstoss durchstehen musste. im café kann ich nicht einfach losschreien ...
während des mittagessens habe ich ihr mitgeteilt, dass ich künftig allein essen werde. wir sind nicht freunde sondern eine zufällige schicksalsgemeinschaft. ich habe mehr ihr gesellschaft geleistet als sie mir, aber jetzt fehlt mir die kraft. zu krank bin ich inzwischen. zu sehr strapaziert sie mich - ohne dass sie es merkt. sie hat es mit fassung genommen, sie habe ja einen neuen fernseher ... und dann verlor sie sich in klagen darüber, wie lange sie auf die reparatur warten musste. wie habe ich diese art monologe monatelang ausgehalten? manchmal konnte ich einen blick tief in ihre seele und ihr langes leben werfen. in solchen momenten spürte ich eine tiefe einsamkeit, die mir weh tat - deshalb
freunde und andere wurde inspiriert von einem gleichnamigen buch über den hamburger zeichner und maler horst janssen, welches zahllose porträts von freunden von ihm und eben anderen enthält. (s.a. literaturhinweis auf diesem blog). janssen ist mir vorbild geworden, seit ich ihn im dezember 2017 entdeckt habe
ich ging in das café, obwohl sie mich neulich aus diesem loch rausgeschmissen haben. das war nicht gut sondern - echt stillos. deshalb wird der name auf meinen zeichnungen nicht mehr erscheinen. meine zeichnungen, die dort entstehen, bleiben jedoch weiterhin stilvoll. und wenn ich bei besserer gesundheit bin, fahre ich mit dir ans meer zu einem café mit stil
es ist wie im film perfect days: the next day is the next day. and: now is now. ja. the next day is the next day. and now is now
gabi s. hatte diesen text in einem sikzzenbuch von mir entdeckt und später wiederholt danach gefragt, weil er ihr gefallen hatte. danke, liebe gabi für die ermutigung, ihn zu publizieren. von diesem text existiert eine audio-version (link), von mir gesprochen, harfenmusik: veronika ehrensperger. am besten ist die qualität mit kopfhörern
als er die rote schale samt inhalt einigermassen ins gleichgewicht gebracht hatte, setzten sie ihr gespräch über widrigkeiten des lebens fort. das war nicht unangenehm und hielt ihre leben schön flach. das spannende sparten sie für den abend auf, wo sie bequem vor dem fernseher sitzen würden. ich weiss, viele tun das genüsslich kaugummi kauend bis zum lebensschlu ... ach, ich wollte sagen sendeschluss. haltet die ohren steif, ihr lieben
![]() |
| im café |
die übliche zerstreuung an caféhaustischen, auftrumpfen mit den neuesten sensationen, schwatzen, am besten über andere, tratschen wer mit wem was auch immer gemacht hat, oder quasseln über den haushalt, den defekten zerstreuer oder so ein ding, das man ausschliesslich im rustico im tessin verwende, oder den letzten fensterputz, oder das gedeihen des grünzeugs, bis man sich beim schnorren in dichtem nebel verliert ...
aus diesem nebel kommen bei mir manchmal haikus heraus ...
hab schluss gemacht
mit der agenda
müssiggang lacht
heut ein zeitfenster
geputzt – im aussenbereich
alles am grünen
anschlag
auf eitelkeit
vereitelt
ob mit zerstreuung
oder ohne
wir altern alle
herausfinden – was?
im nebel gilt zuerst – wie
da herausfinden
die 5 haikus (link zur audio-version) wurden vertont. stimme: frank wartenweiler; arrangement und gong: veronika ehrensperger
und: ja natürlich, ich bin so etwas wie eine autonome organo-elektronische wanze, die ohne auftrag von google in aller öffentlichkeit unbefugt in den idiotien anderer schnüffelt und dann abgehörte gesprächsfetzen hemmungslos ver-öffentlicht. so wird dummes geschwätz ahnungsloser opfer ohne rücksicht auf privatsphäre ins rampenlicht der allgemeinheit gezerrt ... pfui, wie widerlich
zum bullingerplatz schaffe ich es. beim leisen plätschern des wassers kann ich ungestört einfach nur sitzen. allein bin ich es zufrieden und kann still vor mich hinschauen. gerade an samstagen entfalten sich heitere und anregende szenen. ah, wie ich diese leeren stunden geniesse, in denen sich irgendwann das zeichnen von selbst ergibt. ich musste zwar auch schon meine ruhe verteidigen und mal einen 'bewunderer' verscheuchen, der glaubte, ich sei an einem vortrag darüber interessiert, warum er nicht zeichnen könne! was menschen nicht alles glauben
ja, ich liebe - und dies immer mehr - die stille, das nichts-tun, das alleinsein. lange unterhaltungen setzen mir zu. wegen der krankheit fehlt mir die energie dafür. die gespräche neulich mit personen der öffentlichkeit und vor den medien - so sinnvoll sie waren, so etwas erschöpft mich! ausserdem nehmen die schmerzen dann zu. das war früher natürlich nicht so. zwei tage dauerte es, bis ich wieder auf dem damm war
besser ich überlege rechtzeitig, ob ein anlass mein leben verkürzen wird. und: anstatt zu schweigen, rede ich noch immer, mehr als nötig. dabei möchte ich, jetzt wo eine art countdown läuft, soviel wie noch möglich in die entwicklung meiner künstlerischen fähigkeiten investieren. bemerkenswert ist, dass ich beim zeichnen kaum energie verliere, sondern eher sanft aufgeladen werde - die untere skizze mit der jungen frau in coolen stiefeln für heisse sommertage ist im original winzig, 3.5x4cm