unscheinbar 23 - hühner im quartiergarten

 


 

ich erwache mit schwerem schwindel, aber erstaunlich wenig schmerzen. habe ich gestern versehentlich eine überdosis an schmerzmitteln erwischt? trotz allem schaffe ich es aus dem bett und in die stadt, streichle auf dem weg durchs quartier ein junges, verspieltes und hingebungsvolles kätzchen, zeichne wie in alten zeiten menschen an der tramstation, während der fahrt und dann im café bei einem feinen frühstück

am tisch nebenan gackern zwei gut aufgedonnerte, mittelalterliche und mittelschwere damen über das leben anderer, deren operationen, dann nochmals eine reha, dass es eine entzündung geben kann, man selber schauen müsse ... ich liebe es, allein hier zu sitzen und mich von dieser wunderbaren stimmung unverbindlicher und dummer schnorrerei einlullen zu lassen. mit meiner erkrankung könnte gut ich gemeint sein, denn ich könnte leicht meine ganze zeit für behandlungen hergeben. eben gestern habe ich wieder ein angebot für bestrahlungen wegen der schmerzen abgelehnt. dafür sitze ich jetzt hier, mitten in diesem wundervollen leben, das ich für eine weile in vollen zügen geniesse

meine therapie ist das zeichnen, das malen unterwegs, krankheitsbedingt jetzt meist an unscheinbaren orten in meiner nächsten umgebung, etwa am strassenrand oder im gemeindegarten von albisrieden, in welchem ich unerwartet aus dem hintergrund leises gackern höre ... tatsächlich, auch hühner leben hier und scheinen sich zu freuen, wenn man ihre nähe sucht. ah, wie heilsam schon nur deren gegenwart ist

welken bis zum ende ist das einzig sichere versprechen

 

welkende tulpen

 

meine einzige bitte

es gab wieder und wieder eine - angeblich - gute nachricht
man bot mir mit eifer behandlungen an 
und rundum viel betriebsamkeit
 
um all das hatte ich jedoch nie gebeten
denn ich wusste seit anbeginn - dieses leid ist mein ende
 
so geh ich allein meinen weg in die stille
sie ist mehr als nur trost
sie ist unsere bestimmung
 
und bitte einzig um einen ruhigen ort
wo ich beschützt und versorgt
die verbleibenden tage in frieden verbringen
und in würde ende darf
 

hund

 


hunde verstehen es, geduldig und beharrlich zu warten. seit tagen harrt dieser darauf, publiziert zu werden


tageszeichnung - iris im gemeindegarten albisrieden

 


stille

liebst du nicht die stille
und den frieden im alleinsein
das ein all-eins-sein ist
 
dann weisst du nicht
wer du bist
woher du kommst
und wohin du gehst

tageszeichnung - motto

hinsehen statt fernsehen
kritzeln statt surfen
zeichnung statt zeitung

tageszeichnung - rose

 


dieses bild ist g. gewidmet anlässlich ihres jubiläums: sie feiert heute ihren 75. geburtstag und hat vor langen, langen jahren die schule mit mir besucht


tageszeichnung - motto

hinsehen statt fernsehen
kritzeln statt surfen
zeichnung statt zeitung

werkausstellung im living muesum zürich




wiederholt wurde ich gefragt, wann meine bilder an einer ausstellung zu sehen wären ... nun, demnächst! einige arbeiten aus der letzten zeit (s. freude_an_der_farbe) werden an der ersten werkausstellung des living museum vom 10.06. - 13.07.23 gezeigt und können dort erworben werden (s. obiges plakat). das living museum ist ein offenes atelier. es hat mich geehrt und seinen flyer mit einem meiner bilder illustriert (s. unten). für den ganzen flyer, siehe flyer offene ateliers hardgutbrache. ich freue mich, wenn möglichst viele die ausstellung und das atelier besuchen und damit ein neues und sehr unterstützenswertes projekt würdigen 


 

einblick in die atmosphäre am living muesum und ein blick auf einige porträts, die ich dort angefertigt habe ...

lügenwerbung

 



lügenwerbung
 
zeigt die welt
nicht wie sie ist
sondern nie sein wird


tageszeichnung - aussichten?

 

oh ja, auf mega viel super cooles zeugs ...

 

was an einem regnerischen tag beim zeichnen im café nicht alles auf einem blatt mehr oder weniger zufällig zusammenkommt ...

unscheinbar 22 - die kleinen lichter am wegrand sind am erlöschen

 


 
bin schon halbwegs
nicht mehr hier 
 
die versuche
mich zu halten
rühren mich
 
an einem ort
der heimat nicht sein kann
für niemanden
 
doch niemand bemerkt dies
natürlich!
denn mir allein
gilt der ruf, den ich vernehm

 

 

 

 

 

faszinierend wie die farben der kleinen lichter am wegrand von einem einst zarten rosa in blasses ocker übergehen und fast bei schwarz enden, als würden sie trauer tragen ...

linienverspielt XII - hund

 

 

welch friedlicher anblick, eingefangen mit wenigen strichen - genauso friedlich, aber mit etwas mehr zeichnerischem aufwand nachfolgend zwei portraits von tayo ...