freunde und andere 99 - yvette
'das bin ja ich', sagt sie und hat freude. ich bestätige ihre aussage, fühle mich meinerseits im porträtieren bestätigt und habe freude
kopf hoch
es gibt noch viele gründe, den kopf hoch zu halten, ebenso nicht zu versuchen, diesen cartoon zu verstehen. was solls leute: schaut in den himmel, schaut die sterne an. sie sind einzigartig schön. schaut wie die wolken am himmel vorüberziehen mit euren träumen ...
ironie im park
heute proijziert einer im park seine zeichen in weiten schwarzen hosen und mit weiten gesten, zeitenweise mit einem roten fächer in den leeren raum der pic-nic-wiese. wunderbar der kontrast der schwarzen und roten zeichen mit dem satten, grünen gras. er trägt kein hemd, so dass sein üppiger, weisser ranzen einen weiteren, recht merkwürdigen kontrast abgibt zur eleganz der figuren, die er in den leeren raum zeichnet. sein bauch zieht den schlichten ernst seiner figuren ins lächerliche. köstlich die stille ironie, die er ganz für sich allein auf der wiese inszeniert, während andere männer dort ihre hunde herumstreunen lassen, mütter mit ihren kindern spielen, säuglinge herumkriechen, junge frauen ihre weitgehend nackten körper der sonne und den blicken anderer anbieten, in der ferne ein flohmarkt stattfindet ...
ich sitze im park
zuvor ging ich langsam einer strasse entlang: lärm von lastern (ha, ha wie schön die doppeldeutigkeit) und autos. kaum auszuhalten. furchtbar. ich bin todkrank. meistens schlafe ich jetzt. das ist wunderschön und tut mir gut. anderes mag ich kaum mehr tun. auf der strasse gehe ich erinnerungen entlang von guten essen. aber hunger habe ich kaum mehr. erinnerungen von guten essen und anderen dingen, die ich früher gern getan habe. kaum zu fassen, wie menschen heute leben. auch im park ist heute lärm. und dort drüben jene junge frau auf ihrem velo. sie sitzt auf dem sattel, hat kaum was an, stellt vor allem ihre beine aus beim telefonieren. wie könnte es anders sein. der lärm stammt von einem kompressor, mit dem ein bad gereinigt wird. für den winter? dann endlich ist ruhe. das licht ist wunderschön. warmes spätsommerlicht in den blättern der palmen ... ha, ha, nein doch, ich bin nicht in ninive. nein in den blättern meines gedächtnisses, das allmählich und gemütlich in den wellen des flusses zergeht ...
die kraft im schweigen
sie war gekommen, um mich daran zu erinnern, dass ich nicht zu reden brauche, wenn es mich ermüde, dass auch in meinem schweigen eine grosse kraft liegt, vielleicht die grösste
freunde und andere 98 - mo
maurice maggi ist vielseitiger künstler, bekannt als koch und gärtner, insbesondere als guerillagärtner, der mit seinen kunstvollen blumen-graffitis die stadt verschönert, ausserdem als autor sehr schöner kochbücher wie die essbare stadt und dem kinderkochbuch misch & masch. mit letzterem hat er mir im lighthouse überraschend eines tages seine freundschaft angeboten, in dem wir seither täglich den mittagstisch teilen
freunde und andere wurde inspiriert von einem gleichnamigen buch über den hamburger zeichner und maler horst janssen, welches zahllose porträts von freunden von ihm und eben anderen enthält. (s.a. literaturhinweis auf diesem blog). janssen ist mir vorbild geworden, seit ich ihn im dezember 2017 entdeckt habe
standhalten
nur wenig kraft
die krankheit verzehrt mich. so habe ich kaum kraft für neue arbeiten und ebensowenig lust darauf. bin froh, wenn ich einen kurzen spaziergang schaffe. hier eine arbeit von vor zwei monaten und nachfolgend das faszinierende ergebnis ihrer inversion
vor kurzem noch eine tageszeichnung
sie zeigte, was mir bei einer tramfahrt in die feder gelaufen war. hier eine weitere bearbeitung, in der auch die feder (arbeitsinstrument) gezeigt wird plus ein rezept (oder handlungsanweisung) in form eines haikus, einer japanischen gedichtsform. wenn einem da beim lesen schwindelig wird, dann begreife und entschuldige ich das
tageszeichnungen - salt
das café unter den platanen ist full of tourists, frisch eingeflogen aus america. salt - das ist mir noch nie passiert. dafür gibt es keine entschuldigung, aber spass gehört sich dennoch. also was tun? ...
tageszeichnung - ein wenig verspätet
tageszeichnung - motto
kritzeln statt surfen
zeichnung statt zeitung
hoffnung und zuversicht
zum harfenspiel von veronika begann ich erst einen grundton zu summen und holte dann wasser zum malen. grün drängte sich mir auf und wie veronika später sagte, war dies die farbe, an die auch sie gedacht hatte. magisch. dazu zwei weitere balken in neutralem grau, das ich allerdings aus demselben grün und rot gemischt hatte. schliesslich eine spur kobalblau in diese trinität. hoffnung und zuversicht nannte veronika unser werk. ja.






















